Hersteller klagt: Fanumsetzungen von Computerspielen

Wer erinnert sich noch? Der Prozess Mario Bros vs The Great Giana Sisters?

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Die Ähnlichkeiten waren frapierend. Nintendo klagte und gewann. The Great Giana Sisters wurde aus den Regalen entfernt und durfte nicht mehr verkauft werden.
Der Vergleich zu Fanumsetzungen klappt hier aber nicht. Zunächst wurde The Great Giana Sisters kommerziell vertrieben. Es war kein Remake (auch wenn der erste Level extrem dem ersten Level aus Mario Bros ähnelte). Aber ein Punkt bleibt: Die Ähnlichkeit in Gameplay und Grafik.

Anders lief es bei der Fanumsetzung des SNES-Spiels Chrono Trigger, namentlich Chrono Trigger Resurrection. Dieses durchaus professionelle Fanremake wurde kurz nach dem Auftauchen der ersten Screenshots von Square angeschrieben die Weiterarbeit an dem Projekt zu stoppen und eine Unterlassungserklärung gegenzuzeichnen.

Die Mitglieder des Projektes entschieden sich dafür das Projekt aufzugeben und als Abschluss lediglich den obigen Trailer abzuliefern.

„Wenn ich also eine Fanumsetung starten würde, würde ich als Erstes das Wort (Hier Markennamen eintragen) auf meiner Portalseite oder im Forum verbieten.“

So ist es auch bei Return to Mana gewesen – der Secret of Mana Fanumsetzung – welche z. Zt. anscheinend auf Eis liegt. Es sollte zur Sicherheit Orginalnamen Verwendung finden, sei es jetzt Städte oder Charaktere (Natürlich gibt es da einen inoffiziellen Patch). Wenn das Projekt wirklich viel Zuspruch bekommt und der Hersteller klagen will besteht außerdem die Möglichkeit die Gerichtskosten durch Spenden zu finanzieren. Bei Verurteilung ist es immer gut das Projekt als Verein laufen zu lassen, da man dann nicht zwangsläufig als Privatperson mit dem eigenen Vermögen haftet. Dies lohnt sich aber schon fast nicht für Fanprojekte, da ein rechtlich abgesicherter Verein ähnlich wie eine GmbH zunächst erst einmal Geld als Sicherheit hinterlegen muss. Der Fall Chrono Trigger Resurrection zeigt einmal mehr, dass sich die Fans einen 2. Teil in diesem Universum wünschen oder zumindest ein augepepptes Remake. Dieser Begehrlichkeit ist der Hersteller nicht nachgekommen.

„Wo die Erwartungshaltung der Fans nicht gedeckelt sind, greifen sie oft zu Eigeninitiativen.“

So ist das beispielweise bei Star Wars. George Lukas bringt 3 ordentliche Filme raus – wovon er nur den ersten selbst gedreht hat – und tötet dann im Vorbeigehen die ganze Saga indem er 3 grottenschlechte Prequels abliefert. Seinen Fans und auf der Saga aufsetzender Fanfiction untersagt er Teil der „offiziellen“ Saga zu sein. Das ist beispielweise bei der Timothy Zahn-Reihe der Fall, welche „inoffiziell“ die 3 Nachfolger von Episode 6 darstellen. Das Geld davon streicht er aber gerne ein. Was ich damit sagen möchte ist, dass wenn man eine virtuelle Welt erschafft und seine Werke, welche diese Welt aufgreift veröffentlicht, darf man sich nicht wundern, wenn sich andere in diese Welt eindenken und sie nach ihren Ansinnen formen. Wenn man dann auch noch hingeht und aus dem Werk der anderen Profit schlägt, ihnen aber die Teilnahme an seinem Werk verbietet ist unter aller Sau. Hinzu kommt, dass Georgie die Merchendisingrechte von Star Wars besitzt und Star Wars mit Ewoks und Gungans unterwandert.

So sieht das für viele Medien aus. Man sollte immer im fairen Dialog mit seinen Fans stehen. Das Verhältnis aus geben und nehmen muss stimmen. Wie das im Bereich Musik aussehen kann zeigt Trent Reznor von Nin.

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Alles in allem für mich weiterere Gründe die Piratenpartei zu wählen.

One thought on “Hersteller klagt: Fanumsetzungen von Computerspielen

  1. rudirace September 6, 2009 / 7:41 am

    Das zeigt doch nur, wie unsere Rechtsordnung (vereinfacht „der Staat“) einseitig Kommerz-Interessen schützt und kreative Netznutzer im Regen stehen lässt.
    Ich bin ja nicht komplett gegen Urheberrechte, aber sie müssten der technischen und gesellschaftlichen Realität Rechnung tragen. Nicht jeder der gern Computerspiele (oder Zeichentrickserien/Filme oder Musik oder was auch immer) abwandelt und kreativ weiterentwickelt, schlägt sich nunmal gern mit juristischen Spitzfindigkeiten rum! Und solange jemand nicht selbst Kapital aus dem geistigen Eigentum anderer schlagen will, sollte man ihm seine künstlerische Freiheit einfach lassen.

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