Damit machen die sich unwählbar!!!11einself

irrenanstalt
Menschen in Anonymität kritisieren leider oft undifferenziert, Herr Sixtus.

Was ist passiert?

Andreas Popp, der stellvertretende Vorsitzende der Piratenpartei hat ein Interview in der Jungen Freiheit veröffentlicht. Dieses als rechspopulistisch verschriehende Blatt wird von einigen Politikwissenschaftlern als das Sprachrohr der „Neuen Rechten“ angesehen.

Sixtus, der Elektrische Reporter bekommt davon Wind und schreibt einen Beitrag auf Twitter dazu.

Andreas Popp reagerte promt und schrieb eine Entschuldigung auf seinem Blog, er hätte diese Zeitung nicht gekannt als er sein Interview gab. Als er sich danach über das Blatt informierte wollte er nicht, dass die Junge Freiheit sein gegebenes Interview von ihm unbearbeitet veröffentlicht. Aus dieser Angst heraus hätte er sich dazu entschieden lieber den korrigierten Entwurf der Jungen Freiheit zuzustellen, als in die Gefahr zu laufen, dass die Junge Freiheit das Interview unkommentiert veröffentlicht.

Insgesammt sehr dämlich aber das weis er wohl mittlerweile auch.

Das Interview selbst steht nicht in der Kritik in diesem distanziert sich Popp klar gegen rechte Parteien:

JF: Mit wem würden Sie denn koalieren?

Popp: Keinesfalls mit rechten Parteien.

Sixtus wiederum wirft ihn durch die Unkenntnis dieser Zeitschrift Medieninkompetenz vor.

Danach setzt das Medienfeuer der Newsportale und Blogs ein. Einige fordern Popps Rücktritt.

Sixtus sieht sich danach anscheinend massiv von Piratensympatisanten angegangen und prognostiziert zuletzt:

Sollten die #Piraten bei 0,4% landen, werden sie @saschalobo oder die #taz verantwortlich machen, statt der eigenen Dämlichkeit.

Sachscha Lobo ist ein bekannter Blogger und hatte sich kritisch zur Piratenpartei geäußert. Die Kritik war aus meiner sich fair, aber nicht so unabhängig wie es im Interview dargestellt wurde, weil er im SPD-Online-Beirat sitzt.

Letztlich gibt auch Jens Seipenbusch seinen Kommentar zu diesem Vorfall ab und ich stimme in dieser Sache mit ihm überein. Auch wenn viele eine klare Abgrenzung mit rechten Spinnern sehen würden, so ist niemandem geholfen, wenn kein Dialog zu stande kommt. Eine „no tolerance“-Richtlinie hat noch nie geholfen gesellschaftliche Probleme zu lösen. Sie hat sie oft sogar verschärft. Das gesagt, war es immernoch ein Fehler der Junge Freiheit ein Interview und damit verbundene Aufmerksamkeit zu geben. Ich bin mir sicher Popp wird aus diesem Konflikt erwachsener hervorgehen.

Wie das aber mit vorverurteilenden „Damit machen die sich unwählbar“-Schreiern ist, bin ich mir da nicht so sicher. Bitte mal Wahlalternativen geben. Wir dürfen nicht vergessen, dass Popp hier von Rechtspopulisten instrumentalisiert wurde, also eher Opfer als Täter ist. Oder glaubt tatsächlich einer daran, dass nach der Bodo-Thiersen-Affäre ein Pirat willentlich die überstandene Diskussion neu entflammen will?

Abschließend kann ich noch folgende Diskussionsrunde über politcal correctness ans Herz legen.

Immerhin hat Lobo seinen Frieden gemacht?!

Lesenswerte Artikel:

Freiheit des Andersdenkenden

Anfixthese

2 thoughts on “Damit machen die sich unwählbar!!!11einself

    • redwolf2222 September 23, 2009 / 1:46 pm

      Hey, danke das du hier vorbeischaust.

      Ich behaupte, wenn die Piraten von Rechten unterwandert werden, dann ist das auch denen zu verdanken, welche diese rechten Vorwürfe immer wieder aufgreifen. Dies führt zu einer selbstbestätigten Prognose, da es die „Neuen Rechten“ anzieht die Piraten zu unterwandern. So sehr es erwünscht ist, die Öffentlichkeit über solche Unmöglichkeiten wie das Interview mit der Jungen Freiheit zu informieren, so wichtig ist es mit dieser Sache differenziert umzugehen und nicht wie fixmbr immer weiter draufzuschlagen.

      Die Meinungsfreiheit der Piraten ist durchaus differenziert und lässt keine menschenverachtenden Meinung oder rechte Relativierung zu. Die Piraten stehen für keine Meinungsfreiheit wie in Amerika (dort fällt Holocaustleugnung unter die Meinungsfreiheit). Dies hat auch Jens Seipenbusch letztens betont (Ich habe leider gerade keinen Link zur Hand).

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