Gedankenpolizei England

Für die einen ist es ein Krimineller, für die anderen der einfach beste Vorzeigemärtyrer der Welt.

Der Hobbywissenschaftler (33 Jahre alt) unter dem Pseudonym „JFL“ bekannt leidet unter Schizophrenie. Er hatte keinerlei Vorstrafen. Als er von Frankreich aus nach England überreisen wollte, schlugen Spürhunde auf eine Modell-Rakete an, die er mit sich führte. Bei seiner Einreise hat ihn dann direkt die Elite-Einheit Counter-Terrorism Command der Metropolitan Police hopsgenommen.

Sie hatten das Recht zu schweigen. Alles was Sie verschweigen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden.

Seine Reaktion bei der Festnahme: Schweigen. Laut seiner Aussage hat er ein Misstrauen Authoritäten gegenüber. Woher kenne ich das nur? Es kam zur Anklage, er wurde freigesprochen, kurz darauf wird er beim „Mitführen eines Taschenmessers“ erwischt und es kommt zu einer neuen Anklageerhebung. Dies führte dazu das CTC-Beamte eine Einsicht in die beschlagnahmten Festplatten und USB-Sticks von JFL verlangten. JFL schieg, selbst eine Frist die ihm gewährt wurde seine Passwörter herauszugeben um den Behörden Zugang zu seinen Daten zu ermöglichen ließ er verstreichen.

Mehrere CTC-Beamte mit Maschinenpistolen stürmten daraufhin seine Wohnung und nahmen ihn fest. Man gab ihm eine Stunde Zeit seine Passwörter herauszugeben. Das tat er nicht. In einer Stellungnahme der Beamten wurde später argumentiert: Es könnten sich ja auch „Kinderpornographie oder Bombenbau-Anleitungen“ auf den Datenträgern befinden. Woher kennen wir wohl diese fadenscheinliche Totschlagargumentation?

JFL wurde Juni 2009 zu neun Jahren Haft verurteilt.

Der Richter gab zwar zu, dass JFL kaum eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstelle und ein sehr zurückgezogenes, auf Computer, Internet und wissenschaftliche Experimente fixiertes Leben führe. Allerdings wies man auch darauf hin, dass er einige Bücher über Themen wie Drogenherstellung, Schusswaffen und Verschlüsselung besaß – die allerdings allesamt legal bei Amazon erhältlich sind. Auch besaß JFL zahlreiche Chemikalien, Bastelkram, Körperpanzerung und einen Metalldetektor. Der Richter merkte an, angesichts dieser Indizien sei es verständlich, dass die Behörden einen terroristischen Hintergrund befürchtet hätten. – via gulli.com

Kurz gesagt, war doch eh nur ein Nerd, selbst schuld wenn er die Fresse hält soll er halt die 9 Monate in einer Klapse verbringen. Wenn es irgendwann die Möglichkeit gibt Informationen über Tathergänge direkt aus dem Hirn zu rekonstuieren, wird irgend ein Nazizombiemogul es gegen die Bevölkerung einsetzen, dass steht für mich fest.

Ob er nieder mit dem Großen Bruder hinschrieb oder nicht, machte keinen Unterschied. Ob er mit dem Tagebuch fortfuhr oder nicht, machte keinen Unterschied. Die Gedankenpolizei würde ihn trotzdem erwischen. – George Orwell 1984

Das englische Regim Die englische Regierung will an dem Gesetz, was bei Passwortunterschlagung bis zu 5 Jahren Haft bedeuten kann weiter festhalten. Aber hey, zur Not einfach in ein fremdes Land verschleppen wie die Amis. Oder „ein bischen“ Foltern. Das ist auch ganz im Sinne von Schäuble, oder weis wer ne bessere Lösung?

God saves „The Queen“ (hoffentlich unverschlüsselt).

Quellen:

gulli.com Passwort nicht mitgeteilt – Engländer in Haft

Bild:

„Gedankenpolizei England“ ist von mir (Redwolf) erstellt und unter der GFDL 1.2 und CC-BY-SA 3.0 freigegeben. Es enthält das Bild des Kopfes, welches unter den gleichen Lizenzen steht.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s