Ver.di mit Contentmafia im Bett

Zeitig zum Welttag des geistigen Bullshits Eigentums (26.05.2010) laden die Dienstleistergesellschaft Ver.di zusammen mit Vertretern der Contentmafia zu einer Pressekonferenz unter dem plakativ-polemischen Motto: „Diebstahl geistigen Eigentums im Netz: 5 vor 12 für die Kreativwirtschaft.“.

Sind die Entscheider bei der Gewerkschaft wirklich so dämlich auf billige Propaganda wie eine von der Contentmafia finanzierte Studie (TERA-Studie vom März 2010) hereinzufallen?

Laut dieser „hat die illegale Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte im Internet allein in Deutschland im Jahr 2008 bei Produktion und Vertrieb von Spielfilmen, TV-Serien, Musik und Software einen Schaden von 1,2 Milliarden Euro verursacht und damit rund 34.000 Arbeitsplätze gekostet.“

Sollten diese Zahlen stimmen (was sie nicht tun), so ist die logische Konsequenz, dass wenn dem Konsumenten mehr Geld zur Verfügung steht (vielleicht weil er ein hundsgemeiner Raubmordkopierer ist) wird er dieses Geld für andere Dienstleistungen oder Konsumgüter ausgeben. Das Geld verlagert sich also in andere Märkte, u. a. bestimmt auch das Dienstleistungsgewerbe. Aber auf diese billige Milchmädchenrechnung sind die anscheinend nicht gekommen und haben sich einlullen lassen? Ver.di muss sich also mindestens gefallen lassen in dieser Sache naiv zu sein.

Vertreten sind laut Einladung:

Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Prof. Dieter Gorny,  Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), Prof. Peter Henning, Mitglied im Vorstand des Verbandes Deutscher Drehbuchautoren (VDD), Steffen Kuchenreuther, Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Frank Werneke, stellvertretender Vorsitzender der ver.di.

Kurz gesagt wird es eine Benefizveranstaltung für die Contentmafia unter dem Deckmantel einer wohlwollenden Dienstleistungsgewerkschaft. Das sieht man vor allem an dem Auftreten des Herrn Gorny in der Liste, einfach mal den Namen merken. Immerhin ist er redegewand genug ein positives Fazit und nachschwingendes Gefühl zu hinterlassen, wenn er die Pest mit Cholera ersetzen will. Die Brance hat noch nichtmal Geld für ordentliche Ausleuchtung, also los jetzt Grundrechte kappen!!!11einself

Ich wünsche denen vor allem kritische Journalisten, welche kein Blatt vor den Mund nehmen und vielleicht eine Verspätung um 10 Minuten, weil noch nicht alle von der Contentmafia es rechtzeitig bis 5 vor 12 geschafft haben.

Update 23.04.2010:

Die ersten treten schon aus!

Links:

Digitale Linke: Medienindustrie holt ver.di ins Boot

Carta: Wo steht die Gewerkschaft beim Urheberrecht?

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