kino.to ist down

Ja, scheinbar wurde kino.to nicht ganz uneigennützig betieben. Auch Verlage, Fernsehen, Newsagenturen, Plattenfirmen verdienen bei Urhebern mit. Das ist nicht automatisch verwerflich.

Ja, kino.to war eine Virenschleuder und die verlinkten Streamhoster leiteten teilweies zu dubiosen Abofallen.

Ja, die Streams waren teils träge und haben elendig lange gebuffert. Die Bildqualität war nicht gerade HD, von erstklassigen Kinoerlebnis gar nicht zu sprechen. Aber es hat das geliefert, was im öffentlich-rechtlichen Fernsehen „Grundversorgung“ oder „Teilhabe am kulturellen Leben“ heißt: Zugang zu Film-Werken in einer Qualität, die offenbar für viele Millionen Menschen ausreichend ist.

Ca. vier Millionen Benutzer pro Tag hatten dank kino.to Zugang zu Filmen, Serien und Dokumenationen die sie gerne gesehen haben, die sie nicht anders oder nur mit inakzeptablen Einschränkungen sehen konnten. Auch Personen mit extrem geringen Einkommen waren dadruch mit Kulturgütern versorgt. Die Masse an Inhalten war durch kino.to in einem solchen Maße abgedeckt, wie es wohl kaum ein Fernsehsender oder Onlineangebot für sich beanspruchen könnte.

Beim Bust der gleichzeitig in Deutschland, Spanien, Frankreich und deb Niederlanden, wurden mehrere Privatwohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Es wurden 13 Personen festgenommen, nach einer Person wird noch gefahndet. Dabei waren über 250 Polizisten unterstützt von 17 Computerexperten im Einsatz. Die Betreiber der Plattform sollen 7-stellig an der Plattform verdient haben.

Portale wie kino.to bewegen sich in einer Grauzone. Sie bieten selber keinen Content an, sondern verlinken nur auf von Benutzern hochgeladene Inhalte. Kino.to ist z.B. mit Piratebay oder ferner der Googlesuche zu vergleichen, welche auch Inhalte aus fremden Quellen anzeigen. Streaminganbieter lassen sich mit Videoportalen wie Youtube vergleichen. Ihnen wird jedoch vorgeworfen zu wenig Maßnahmen gegen die illegale Verbreitung von Videos zu unternehmen. Im vorliegenden Fall kino.to wird dem Portal vorgeworfen im Hintergrund Absprachen mit den Streamingportalen zu führen und selbst Betreiber eines solchen Portals zu sein. Auf der kino.to Seite stand noch vor kurzem folgender Hinweis:

Das überhaupt ein solcher Hinweis erfolgt finde ich mehr als unprofessionell. Dies soll wohl zu Vorverurteilung und der allgemeinen Verunsicherung der Nutzer dienen. Diese müssen sich keine Gedanken machen: Das reine Empfangen eines Streams ist laut dem Großteil der Medienanwälte nicht rechtswidrig. Zudem loggt kino.to laut eigener Aussage keine IP-Adressen.

Mitlerweile werden Stimmen laut. Anonymous hat direkt auf die Abschaltung reagiert und die Seite gvu.de und gvu-online.de unter feuer der LOIC genommen, so dass die Seite zeitweise nicht erreichbar war. Die Piratenpartei veröffentlichte eine Pressemitteilung  in der Sie die Abschaltung als reine Sythombekämpfung erklärt.

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