Erklärung an die NATO von Anonymous

Anonymous Logo

Die NATO hatte vor kurzem in einem Papier Anonymous als Sicherheitsbedrohung eingestuft. Aktivisten wurden während der spanischen und türkischen Demonstrationen festgenommen. Das sind die Demonstrationen, über die unsere Fernsehmedien nur ungenügend berichten. Ich habe mir erlaubt den Brief von Anonymous an die NATO frei ins Deutsche zu übersetzen:

Grüße, Mitglieder der NATO.

Wir sind Anonymous. In einer eurer letzten Meldungen habt ihr signalisiert das Anonymous eine Gefahr für „Regierung und Volk“ darstellt. Ihr habt auch behauptet, dass Geheimhaltung ein „notwendiges Übel“ wäre und Transparenz nicht immer der Weg zum Ziel sei.

Anonymous möchte euch daran erinnern, dass die Regierung und das Volk, im Gegensatz zu den angeblichen Fundamenten einer Demokratie, eigenständige Entitäten mit im Konflikt stehenden Zielen und Wunschvorstellungen sind.

Die Position von Anonymous ist, dass wenn ein Interessenkonflikt zwischen Regierung und Volk vorherrscht, die Wünsche des Volkes Priorität haben. Die einzigste Gefahr, welche Transparenz für die Regierung darstellt ist, dass die Regierung darin eingeschränkt wird in einer Art zu handeln, die das Volk ablehnen würde, ohne dabei demokratische Konsequenzen zu erfahren und Rechenschaft für ihr Handeln ablegen zu müssen. In eurem eigenen Bericht ist ein perfektes Beispiel dafür. Die Anonymousattacke auf HBGary. Ob HBGary für das Militär oder einen Sicherheitzuwachs gearbeitet hat ist irrelevant – ihre Maßnahmen waren illegal und moralisch verwerflich. Anonymous akzeptiert nicht, dass die Regierung und/oder das Militär über dem Recht steht und die verlogene Floskel der „nationalen Sicherheit“ vorschiebt um illegale, betrügerische Aktivitäten zu rechtfertigen. Wenn die Regierung meint die Regeln brechen zu müssen, müssen sie auch gewillt seien die demokratischen Konsequenzen an der Wahlurne dafür zu akzeptieren. Denn aktuellen Status Quo, in dem eine Regierung dem Volk die eine Geschichte auftischt und im Privaten eine andere erzählt akzeptieren wir nicht. Unehrlichkeit und Geheimniskrämerei undeterminieren das Konzept der Autonomie. Wie kann das Volk entscheiden wer gewählt werden soll, wenn es nicht im Klaren darüber ist welche versprochenen Strategien die Politiker wirklich verfolgen?

Eine Regierung wird gewählt um die Nation zu „repräsentieren“, die sie regiert. Das bedeutet eigentlich, dass die Handlungen einer Regierung nicht die Handlungen des Volkes als Regierung sind, aber Handlungen im Sinne jedes Bürgers des Landes. Es ist inakzeptabel eine Situation vorzufinden in welcher das Volk in vielen Fällen absolut im Unklaren darüber ist was in ihrem Sinne gesagt oder getan wurde – hinter verschlossenen Türen.

Anonymous und WikiLeaks sind unterschiedliche Instanzen. Die Aktionen von Anonymous wurden von WikiLeaks weder unterstützt, noch erbeten. Wie auch immer, Anonymous und WikiLeaks haben eins gemeinsam: Sie sind keine Gefahr für irgendeine Organisation – solange diese Organisation nicht etwas Falsches tut und versucht damit davon zu kommen.

Wir möchten nicht die Lebensweise von jemanden bedrohen. Wir möchten niemanden etwas diktieren. Wir möchten keine Nation terrorisieren.

Wir möchten lediglich die Macht der ureigenen Interessen wegnehmen und an das Volk zurückgeben – welche in einer Demokratie gar nicht erst von diesem genommen hätte dürfen. Die Regierung macht das Gesetz. Das gibt ihnen nicht das Recht es zu brechen. Wenn die Regierung nichts illegales unter der Hand täte, gäbe es nichts „beschämendes“ in den WikiLeaks-Enthüllungen, noch würde ein Skandal von den HBGary-Verwicklungen ausgehen. Die hierdurch entstandenen Skandale sind nicht entstanden, weil Anonymous oder WikiLeaks sie veröffentlicht hat, sondern wegen des INHALT der Veröffentlichungen. Und die Verantwortlichkeit für diesen Inhalt kann einzig allein bei den Gesetzgebern gesucht werden die, wie jede korrupte Instanz, naiv daran glauben dass sie über dem Gesetz stehen und nicht erwischt werden.

Viele Regierungs- und Unternehmenserklärungen zielen darauf ab „wie man ähnliche Leaks in Zukunft vermeiden kann“. Die Berichte erstrecken sich über bessere Sicherheitsmaßnahmen, geringere Freigabeebenen für Regierungsdokumente, von härteren Strafen für Whistleblower, bis hin zur Zensur der Presse.

Unsere Nachricht ist simpel: Lüge das Volk nicht an und du musst dir keine Sorgen darüber machen, dass deine Lügen aufgedeckt werden. Mach keine korrupten Geschäfte und du wirst dir keine Sorgen machen müssen, dass deine Korruption enthüllt wird. Brich nicht die Regeln und du wirst dir keine Gedanken darüber machen dafür in Probleme zu geraten.

Versuche nicht deine beiden Gesichter dadurch aufzubessern indem du eins kaschierst. Versuche statt dessen nur ein Gesicht zu haben – ein ehrliches, offenes und demokratisches.

Ihr wisst, ihr fürchtet uns nicht, weil wir eine Gefahr für die Gesellschaft sind. Ihr fürchtet uns, weil wir eine Gefahr für eure etablierte Hierarchie sind. Anonymous hat über die letzten paar Jahre bewiesen, dass eine Hierarchie nicht nötig ist um Großes zu erreichen – vielleicht ist es das was ihr wirklich an uns fürchtet, die Realisation eurer eigenen Irrelevanz in einer Zeit welche die Abhängigkeit an euch überwunden hat. Euer wirklicher Schrecken ist nicht ein Kollektiv aus Aktivisten, sondern der Fakt das ihr und alles wofür ihr steht durch veränderte Strömungen und den technologischen Fortschritt, ein mehr an Erfordernissen seid.

Jetzt macht nicht den Fehler Anonymous herauszufordern. Macht nicht den Fehler zu glauben ihr könnt die kopflose Schlange köpfen. Wenn du der Hydra einen Kopf abschlägst, werden zehn weitere Köpfe an diesem Platz nachwachsen. Schneidest du einen Anon ab, werden sich zehn weitere uns aus Wut anschließen, weil sie nicht deiner Meinung sind.

Deine einzige Möglichkeit die Bewegung die uns alle verbindet zu besiegen ist sie akzeptieren. Dies ist nicht mehr länger eure Welt. Es ist unsere Welt – die Welt des Volkes.

Wir sind Anonymous.

Wir sind Legion.

Wir vergeben nicht.

Wir vergessen nicht.

Erwartet uns…

Greetings, members of NATO.

We are Anonymous. In a recent publication, you have singled out Anonymous as a threat to “government and the people”. You have also alleged that secrecy is a ‘necessary evil’ and that transparency is not always the right way forward.

Anonymous would like to remind you that the government and the people are, contrary to the supposed foundations of “democracy”, distinct entities with often conflicting goals and desires. It is Anonymous’ position that when there is a conflict of interest between the government and the people, it is the people’s will which must take priority. The only threat transparency poses to government is to threaten government’s ability to act in a manner which the people would disagree with, without having to face democratic consequences and accountability for such behaviour. Your own report cites a perfect example of this, the Anonymous attack on HBGary. Whether HBGary were acting in the cause of security or military gain is irrelevant – their actions were illegal and morally reprehensible. Anonymous does not accept that the government and/or the military has the right to be above the law and to use the phoney cliche of “national security” to justify illegal and deceptive activities. If the government must break the rules, they must also be willing to accept the democratic consequences of this at the ballot box.We do not accept the current status quo whereby a government can tell one story to the people and another in private. Dishonesty and secrecy totally undermine the concept of self rule. How can the people judge for whom to vote unless they are fully aware of what policies said politicians are actually pursuing?

When a government is elected, it is said to “represent” the nation it governs. This essentially means that the actions of a government are not the actions of the people in government, but are actions taken on behalf of every citizen in that country. It is unacceptable to have a situation in which the people are, in many cases, totally and utterly unaware of what is being said and done on their behalf – behind closed doors.

Anonymous and WikiLeaks are distinct entities. The actions of Anonymous were not aided or even requested by WikiLeaks. However, Anonymous and WikiLeaks do share one common attribute: They are no threat to any organization – unless that organization is doing something wrong and attempting to get away with it.

We do not wish to threaten anybody’s way of life. We do not wish to dictate anything to anybody. We do not wish to terrorize any nation.

We merely wish to remove power from vested interests and return it to the people – who, in a democracy, it should never have been taken from in the first place. The government makes the law. This does not give them the right to break it. If the government was doing nothing underhand or illegal, there would be nothing “embarassing” about Wikileaks revelations, nor would there have been any scandal emanating from HBGary. The resulting scandals were not a result of Anonymous’ or Wikileaks’ revelations, they were the result of the CONTENT of those revelations. And responsibility for that content can be laid solely at the doorstep of policymakers who, like any corrupt entity, naively believed that they were above the law and that they would not be caught.

A lot of government and corporate comment has been dedicated to “how we can avoid a similar leak in the future”. Such advice ranges from better security, to lower levels of clearance, from harsher penalties for whistleblowers, to censorship of the press.

Our message is simple: Do not lie to the people and you won’t have to worry about your lies being exposed. Do not make corrupt deals and you won’t have to worry about your corruption being laid bare. Do not break the rules and you won’t have to worry about getting in trouble for it.

Do not attempt to repair your two faces by concealing one of them. Instead, try having only one face – an honest, open and democratic one.

You know you do not fear us because we are a threat to society. You fear us because we are a threat to the established hierarchy. Anonymous has proven over the last several years that a hierarchy is not necessary in order to achieve great progress – perhaps what you truly fear in us, is the realization of your own irrelevance in an age which has outgrown its reliance on you. Your true terror is not in a collective of activists, but in the fact that you and everything you stand for have, by the changing tides and the advancement of technology, are now surplus to requirements.

Finally, do not make the mistake of challenging Anonymous. Do not make the mistake of believing you can behead a headless snake. If you slice off one head of Hydra, ten more heads will grow in its place. If you cut down one Anon, ten more will join us purely out of anger at your trampling of dissent.

Your only chance of defeating the movement which binds all of us is to accept it. This is no longer your world. It is our world – the people’s world.

We are Anonymous.

We are legion.

We do not forgive.

We do not forget.

Expect us…

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