graf_chokolo ist bereit zu kämpfen und zur Not ins Gefängnis zu gehen

graf_chokolo hatte einen Bootloader für die PS3 geschrieben, der es erlaubte alternative Betriebssysteme wie Linux auf die PS3 zu installieren. Wegen der dafür notwendigen Überwindung der Kopierschutzmaßnahmen der Konsole wurde er von Sony verklagt. Sony hatte im Vorfeld die Funktion OtherOS auf der PS3 deaktiviert. Diese Funktion ermöglichte es Linux auf der Konsole zu installieren. Er gab vor kurzem auf seinem Blog bekannt vermutlich bald eine Haftstrafe antreten zu müssen, da er die Prozesskosten für einen Rechtsstreit mit Sony nicht tragen kann. Darum hat er auf seinem Blog zu einer Spende aufgerufen um die Gerichtskosten zu tragen.

Hi guys, no money left anymore. Going to jail soon probably because i cannot pay court costs.
But i’m ready to stand up for everything i said and go to jail for that too. It’s not important to win, more important is to show them that we are ready to fight, that they cannot scare me off easily. Yeah, i’m ready to go to jail for my believes and my principles.
Most of people probably think that all computer and kernel hackers are weak kids, hiding in a cellar, eating pizza whole day, writing software and looking for attention :-) Maybe, but that’s NOT me. And i will get out eventually and continue my work. My work means very much to me.

Bild: Von mir erstellt (wie immer CC-BY-SA 3.0).

Next Generation Gaming

Oder besser „defective by design“. Wie wird also Zukunft des Mainstreamspielemarktes aussehen? Tendenziell geht es hin zu Communityplattformen wie Steam oder Windows Live. Der Vorteil: Der Spieler kann sich über die Plattform anmelden und direkt neue Spiele kaufen und herunterladen. Vertriebswege werden ausgeschaltet, das Spiel wird direkt beim Hersteller gekauft. Patches und Updates können direkt abgerufen werden. Die Plattform eröffnet aber auch die Möglichkeit dem Spieler zusätzlichen Content zum Spiel anzubieten oder Nutzerdaten zu sammeln um Statistiken über das Spielverhalten aufzuzeichnen. Populäre Beispiele dafür bieten aktuell Assassins Creed 2 und Starcraft 2. Beide Spiele lassen sich auf legalem Wege nur mit Online-Anbindung nutzen. D.h. um das Spiel überhaupt starten zu können ist ein bandbreitiger Internetanschluss nötig.

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CoD6 und die falsche Moral

Anlass ist der neue Teil von COD6, welcher zumindest in der amerikanischen Version den Spieler in die Rolle des Terroristen versetzt, der einen Anschlag in einem Flughaven verübt. Dabei kann der Spieler ohne Sanktionen auf Zivilisten schießen und wird in der Anfangssequenz darin sogar motiviert. Einigen reicht schon das angeschossen Personen, die am Boden liegen durch ein 2. mal erschossen werden müssen. Die deutsche Version wurde abgeschwächt, sie ist überspringbar, die Mission wird als gescheitert bezeichnet, sobald der Spieler eine Geisel tötel, er muss also mitlaufen und kann nur auf Wachpersonal schießen.

Tja, ich mach es mir da nicht so leicht. Auf der einen Seite steht für mich fest, dass ab 18 keine virtuellen Spiele verboten werden sollten. Allerdings gibt es hier durchaus moralische Zerwürfnisse auf welche die deutsche Rechtsprechung schon Antworten hat.

Stellt euch vor es gäbe ein Spiel welches „Schoolshooterdesigner“ heißt. Man bastelst im Editor seine Schule zusammen, wählt die Waffen und kann Bilder von Mitschülern hochladen die direkt auf das Model übertragen werden + Kommentar zur Person. Diese Daten werden auf einem Server gespeichert wo sie von jedem abrufbar sind. Danach kann man allein oder im Team durch das Gebäude laufen und fraggen. Ich erinner mich da noch an „Teacherbusters“ für den C64 dieses Spiel behandelt fast genau diese Darstellung.

Wir erinnern uns zuletzt wurde World of Warcraft in China verboten, weil dort die Totenehre verletzt wurde. In China ist es nicht erlaubt Darstellungen von Menschlichen Knochen zu zeigen. Die Diskussion um die WOW-Zensur in China erinnert mich an die Mohammed-Karikatur. Auf dieser Karikatur wurde Mohammeds Gesicht abgebildet mit einer Bombe als Turban. Dies sollte die Islamisten als tickende Terrorbombe darstellen. Islamisten reagierten auch berechtigter Weise promt darauf. Westliche Zeitungen zeigten natürlich Unverständnis. Dazu muss man wissen, dass der Islamismus bildliche Darstellung des Propheten Mohammed nicht zulässt. Die pauschale Herabsetzung von Islamisten als Terroristen tat dann ihr übriges.
Es ist manchmal wirklich schwer sich aus seiner Kultur herauszubewegen um zu verstehen, warum in anderen Kulturen bestimmte Handlungen und Darstellungen nicht auf Gegenliebe stoßen. Genauso ist es mit Amerika deren Prüderie.

Mir geht es bei COD6 nicht darum das Zivilisten anschießbar sind, sondern um die Moral die vermittelt wird. Der Spieler wird in die Rolle des Terroristen bedrängt und bestärkt mit in die Menge zu feuern. Bei GTA ist die Welt offen. Man kann zwar auch auf Zivilisten schießen, das Spiel unterstützt dies aber nicht, stattdessen wird man von der Polizei verfolgt. Ich bin großer Fan der Hitman-Rheie. Der Protagonist verkörpert dort einen Attentäter, der „nur“ kriminelle Größen tötet. Der Spieler wird entlohnt, wenn er unbemerkt, mit wenigen Verlusten vorgeht. Sollte der Spieler hier das Feuer in einer Menge eröffnet wird er gejagt. Mit geht es auch nicht um den Gewaltgrad (wegen mir können ruhig Leute durch Schredder geschoben werden oder sonst was), einzig um die vermittelte Moral.

Ich für mich habe entschieden dass alles ab 18 zugänglich seien sollte, außer wenn Rechte Dritter verletzt werden. Diese Ansicht schließt die freie Zugänglichkeit von COD6 ab 18 ein. Ich finde es ethisch verwerflich dem Spieler derartige Missionen vorzulegen – mal wieder ein PR-Gag?! Vor allem bei einem Mainstreamshooter wie COD6. Darum werde ich das Spiel auch nicht kaufen. Dennoch gehe ich nicht soweit hier jemandem ab 18 das Recht dieses Spiel zu kaufen und zu spielen abzusprechen.

Vielleicht sollten die Spielekiller sich eine solche Ansicht mal vor Augen halten.

Lesenswerte Artikel zum Thema:

Gamestar: Modern Warefare 2 killt die Spielekultur

Golem: IMHO: Scheinheiliger Jugendschutz bei Call of Duty 6

Mit Gott auf unserer Seite

Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden gründet jetzt eine christliche Stiftung – mit besten Glückwünschen unseres grinsenden Bundespräsidenten. Will ich der Blogosphäre glauben nicht ganz uneingennützig.

aakwinnenden
Mein Logovorschlag für die neue Stiftung

Ja, das sind selben, welche sich als kurzfristiges Ziel gesetzt haben ein „Verbot von Killerspielen die dazu dienen Menschen zu ermorden“ durchzusetzen. Kein Wunder also, warum das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden „keine Zuwendungen und Spenden von dem
Spendenkonto der Stadt Winnenden erhalten“ hat. Damit reiht sich AAW in die Schlange politisch motivierter Lobbyorganisationen wie die deutsche Kinderhilfe [1][2][3][4] ein.

So ist beispielsweise der Hauptsitz der Stiftung im ehemaligen Firmensitz eines der Opfereltern untergekommen. Gleichzeitig ist dieser Opfervater auch der neue Vorsitzende, wir erinnern uns an den netten, aber unaufgeklärten Mann mit der Mütze im ZDF Video.

Zu seiner Aussage darin: Es gibt keine Spiele, welcher von der Armee erstellt worden sind um Soldaten abzustumpfen, es gibt höchstens Americas Army und das ist ein Werbespiel vom US-Militär um Jugendliche für das Militär zu gewinnen.

Dieser hat extra für seine neue Berufung seinen alten Job als Kreditberater an den Nagel gehängt um sich mit ganzer Kraft seinen neuen Aufgaben zu widmen.

Bis hier hin kein Problem, auch wenn ein gewisser Nachgeschmack bleibt wenn sich die besagte Person selbst als bezahltes Vorstandsmitglied dieser Stiftung erhebt, seinen alten Job komplett an den Nagel hängt und sich angeblich von Derer Consulting vermarkten lässt.

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Wie gerne würde ich ein Wort des Trostes sprechen.

Warum will AAW blind Taten (Videospielvernichtung) folgen lassen, ohne sich einer sachlichen Diskussion zu stellen (Forum wurde deaktiviert)?

Warum dieser böse Kampfbegriff Aktionsbündnis Amoklauf, wo es doch um Prävention von Gewalttaten – ein besseres Miteinander – gehen soll?

Warum das Herumlaborieren und Entflammen der Killerspieldiskussion, die keine Gewalttaten verringert?

Warum gibt man sich in diese Illusion hin etwas mit unwirksamen Mitteln ändern zu können?

Weitere Blogs zur Debatte:

Verbrennt die Killerspiele

AK-Winnenden Spieleverbrennung ein voller Erfolg – NICHT

Symbolik des fast leeren Spielecontainers

Das obige Logo ist unter CC-BY-SA 3.0 und der GFDL 1.2 freigegeben und wurde aus mehreren Bildern zusammengesetzt (Christogramm, AK-47).

Schild „Der Tod muss abgeschafft werden…“ eine Kunstaktion von Bazon Brock; Bild via Wikimedia.

Expertenkreis – Das Koma kommt

Als Experte wird gemeinhin eine Person bezeichnet die hinterher begründen kann, warum sie in ihrer Prognose falsch lag. So ist es anscheinend auch bei einigen „Experten“ vom „Expertenkreis Amok“ der Fall.

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Die Grafik täuscht: FarCry 2 ist Schund, es führt zu Kopfschmerzen und Verfolgungswahn (Virtuelle Arbeit)

Liest man dieses Machwerk, so fällt einem schon im Titel auf, dass auch Opfereltern zu den Beratern gehören. Es kann also auf eine vorbehaltslose, sachlich, nicht emotional geführte Diskussion gehofft werden.

Jugendschutz.net, unsere Freunde kontraproduktiver Jugendschutz-Abmahnnovellen sind auch mit im Boot.

Lese – Check… Lese – Check… Lese – Check… und plötzlich das hier:

Amoktäter verfügten zum Teil über enorme Treffsicherheit durch Einübung mit scharfen Waffen oder bestimmten Computerspielen.

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Hersteller klagt: Fanumsetzungen von Computerspielen

Wer erinnert sich noch? Der Prozess Mario Bros vs The Great Giana Sisters?

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Die Ähnlichkeiten waren frapierend. Nintendo klagte und gewann. The Great Giana Sisters wurde aus den Regalen entfernt und durfte nicht mehr verkauft werden.
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