…Das Misstrauen bleibt!

Kennt einer den Film 12 Monkeys? Dieser Film verarbeitet u. a. die tragische Rolle des Protagonisten die Zukunft zu kennen, verbunden mit der Unfähigkeit sie zu beeinflussen. In diese Rolle fühle ich mich bei den News rund um das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden gedrängt. So schrieb ich, dass es gut möglich sei, dass hinter diesem Aktionismusbündnis eine politische Lobbyorganisation verbergen könnte. Damals war diese Vermutung darauf aufgebaut, dass die evangelische Kirche mit im Bunde steckte und vor allem Wert auf Öffentlichkeitsarbeit gelegt wurde, als auf wirkliche Initiativen. Das Vorwort aus der Gründungsbroschüre mit Grinsegesicht Köhler (CDU) war natürlich auch ausschlaggebend.

Jetzt ist plötzlich der Innenminister Heribert Rech (CDU) Schirmherr dieser suspekten Vereinigung, meine Verdächtigungen erhärten sich.

Auffällig ist auch mal wieder wie „unabhängig“ der SWR über die Sache berichtet. Wir erinnern uns: Der SWR, das waren die, welche Kinder dazu verleitet haben bei einer Spielevernichtungs-Aktion des Aktionsbündnisses Spiele medienwirksam in einen Container zu werfen. Jedes Newsposting auf der Homepage des Bündnisses wird gefühlt mit einem Videokommentar des SWR gewürdigt.

Update 09.02.2010:

Lieber spät als nie. Laut Lars H. gibt es eine Stellungnahme des DFB an die Piratenpartei zur Kulturvernichtungsaktion des AAW. Bei der Spielevernichtungsaktion hatte das AAW als Hauptpreis ein signiertes Fußballtrikot verlost. In ihrer Stellungnahme schreibt der DFB:

Sehr geehrter Herr XXXXXX,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Wir haben in diesem Frühjahr dem “Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden” ein Nationalmannschaftstrikot zur Verfügung gestellt, um es im Rahmen einer karitativen Veranstaltung versteigern zu können. Wir gehen davon aus, dass der Erlös betroffenen Familien zugute kommt. Die konkrete Aktion, bei der dieses Trikot nun versteigert wird, war uns damals nicht bekannt. Dass wir das Trikot für einen guten Zweck zur Verfügung gestellt haben, bedeutet nicht, dass wir uns mit der “Initiative Familie gegen Killerspiele” identifizieren.

Freundliche Grüße

Harald S.
DFB-Pressechef

Danke, Lars. Wenn das nicht für eine denkbar schlechte Aktion missbraucht wurde, dann weiss ich es nicht.

CoD6 und die falsche Moral

Anlass ist der neue Teil von COD6, welcher zumindest in der amerikanischen Version den Spieler in die Rolle des Terroristen versetzt, der einen Anschlag in einem Flughaven verübt. Dabei kann der Spieler ohne Sanktionen auf Zivilisten schießen und wird in der Anfangssequenz darin sogar motiviert. Einigen reicht schon das angeschossen Personen, die am Boden liegen durch ein 2. mal erschossen werden müssen. Die deutsche Version wurde abgeschwächt, sie ist überspringbar, die Mission wird als gescheitert bezeichnet, sobald der Spieler eine Geisel tötel, er muss also mitlaufen und kann nur auf Wachpersonal schießen.

Tja, ich mach es mir da nicht so leicht. Auf der einen Seite steht für mich fest, dass ab 18 keine virtuellen Spiele verboten werden sollten. Allerdings gibt es hier durchaus moralische Zerwürfnisse auf welche die deutsche Rechtsprechung schon Antworten hat.

Stellt euch vor es gäbe ein Spiel welches „Schoolshooterdesigner“ heißt. Man bastelst im Editor seine Schule zusammen, wählt die Waffen und kann Bilder von Mitschülern hochladen die direkt auf das Model übertragen werden + Kommentar zur Person. Diese Daten werden auf einem Server gespeichert wo sie von jedem abrufbar sind. Danach kann man allein oder im Team durch das Gebäude laufen und fraggen. Ich erinner mich da noch an „Teacherbusters“ für den C64 dieses Spiel behandelt fast genau diese Darstellung.

Wir erinnern uns zuletzt wurde World of Warcraft in China verboten, weil dort die Totenehre verletzt wurde. In China ist es nicht erlaubt Darstellungen von Menschlichen Knochen zu zeigen. Die Diskussion um die WOW-Zensur in China erinnert mich an die Mohammed-Karikatur. Auf dieser Karikatur wurde Mohammeds Gesicht abgebildet mit einer Bombe als Turban. Dies sollte die Islamisten als tickende Terrorbombe darstellen. Islamisten reagierten auch berechtigter Weise promt darauf. Westliche Zeitungen zeigten natürlich Unverständnis. Dazu muss man wissen, dass der Islamismus bildliche Darstellung des Propheten Mohammed nicht zulässt. Die pauschale Herabsetzung von Islamisten als Terroristen tat dann ihr übriges.
Es ist manchmal wirklich schwer sich aus seiner Kultur herauszubewegen um zu verstehen, warum in anderen Kulturen bestimmte Handlungen und Darstellungen nicht auf Gegenliebe stoßen. Genauso ist es mit Amerika deren Prüderie.

Mir geht es bei COD6 nicht darum das Zivilisten anschießbar sind, sondern um die Moral die vermittelt wird. Der Spieler wird in die Rolle des Terroristen bedrängt und bestärkt mit in die Menge zu feuern. Bei GTA ist die Welt offen. Man kann zwar auch auf Zivilisten schießen, das Spiel unterstützt dies aber nicht, stattdessen wird man von der Polizei verfolgt. Ich bin großer Fan der Hitman-Rheie. Der Protagonist verkörpert dort einen Attentäter, der „nur“ kriminelle Größen tötet. Der Spieler wird entlohnt, wenn er unbemerkt, mit wenigen Verlusten vorgeht. Sollte der Spieler hier das Feuer in einer Menge eröffnet wird er gejagt. Mit geht es auch nicht um den Gewaltgrad (wegen mir können ruhig Leute durch Schredder geschoben werden oder sonst was), einzig um die vermittelte Moral.

Ich für mich habe entschieden dass alles ab 18 zugänglich seien sollte, außer wenn Rechte Dritter verletzt werden. Diese Ansicht schließt die freie Zugänglichkeit von COD6 ab 18 ein. Ich finde es ethisch verwerflich dem Spieler derartige Missionen vorzulegen – mal wieder ein PR-Gag?! Vor allem bei einem Mainstreamshooter wie COD6. Darum werde ich das Spiel auch nicht kaufen. Dennoch gehe ich nicht soweit hier jemandem ab 18 das Recht dieses Spiel zu kaufen und zu spielen abzusprechen.

Vielleicht sollten die Spielekiller sich eine solche Ansicht mal vor Augen halten.

Lesenswerte Artikel zum Thema:

Gamestar: Modern Warefare 2 killt die Spielekultur

Golem: IMHO: Scheinheiliger Jugendschutz bei Call of Duty 6

Mit Gott auf unserer Seite

Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden gründet jetzt eine christliche Stiftung – mit besten Glückwünschen unseres grinsenden Bundespräsidenten. Will ich der Blogosphäre glauben nicht ganz uneingennützig.

aakwinnenden
Mein Logovorschlag für die neue Stiftung

Ja, das sind selben, welche sich als kurzfristiges Ziel gesetzt haben ein „Verbot von Killerspielen die dazu dienen Menschen zu ermorden“ durchzusetzen. Kein Wunder also, warum das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden „keine Zuwendungen und Spenden von dem
Spendenkonto der Stadt Winnenden erhalten“ hat. Damit reiht sich AAW in die Schlange politisch motivierter Lobbyorganisationen wie die deutsche Kinderhilfe [1][2][3][4] ein.

So ist beispielsweise der Hauptsitz der Stiftung im ehemaligen Firmensitz eines der Opfereltern untergekommen. Gleichzeitig ist dieser Opfervater auch der neue Vorsitzende, wir erinnern uns an den netten, aber unaufgeklärten Mann mit der Mütze im ZDF Video.

Zu seiner Aussage darin: Es gibt keine Spiele, welcher von der Armee erstellt worden sind um Soldaten abzustumpfen, es gibt höchstens Americas Army und das ist ein Werbespiel vom US-Militär um Jugendliche für das Militär zu gewinnen.

Dieser hat extra für seine neue Berufung seinen alten Job als Kreditberater an den Nagel gehängt um sich mit ganzer Kraft seinen neuen Aufgaben zu widmen.

Bis hier hin kein Problem, auch wenn ein gewisser Nachgeschmack bleibt wenn sich die besagte Person selbst als bezahltes Vorstandsmitglied dieser Stiftung erhebt, seinen alten Job komplett an den Nagel hängt und sich angeblich von Derer Consulting vermarkten lässt.

Bazon_Brock_-_Der_Tod_muss_abgeschafft_werden_-_Prägeschild_in_Berlin_Hackesche_Höfe

Wie gerne würde ich ein Wort des Trostes sprechen.

Warum will AAW blind Taten (Videospielvernichtung) folgen lassen, ohne sich einer sachlichen Diskussion zu stellen (Forum wurde deaktiviert)?

Warum dieser böse Kampfbegriff Aktionsbündnis Amoklauf, wo es doch um Prävention von Gewalttaten – ein besseres Miteinander – gehen soll?

Warum das Herumlaborieren und Entflammen der Killerspieldiskussion, die keine Gewalttaten verringert?

Warum gibt man sich in diese Illusion hin etwas mit unwirksamen Mitteln ändern zu können?

Weitere Blogs zur Debatte:

Verbrennt die Killerspiele

AK-Winnenden Spieleverbrennung ein voller Erfolg – NICHT

Symbolik des fast leeren Spielecontainers

Das obige Logo ist unter CC-BY-SA 3.0 und der GFDL 1.2 freigegeben und wurde aus mehreren Bildern zusammengesetzt (Christogramm, AK-47).

Schild „Der Tod muss abgeschafft werden…“ eine Kunstaktion von Bazon Brock; Bild via Wikimedia.

AK-Winnenden Spieleverbrennung ein voller Erfolg – NICHT

Hey wenigstens mal was zum lachen – verdammt doch nicht – diese Drecksmedien!

Steckt das ZDF dahinter?

Es ist eklatant, dass hier nicht auf dem Umfang der Beteiligung aufmerksam gemacht wurde. Drei Spiele, die um 14:30 im Container lagen sind nun wirklich kein deutlicher Zuspruch. Wenn es das ZDF war, wurde auf jedenfall im Bericht ein Winkel gewählt, aus dem der Inhalt des Containers nicht einsehbar ist. Es ist die Aufgabe öffentlich rechtlicher Medien umfassend zu informieren, bei Demonstrationen sollen Teilnehmerzahlen genannt werden. Wenn hier Berichte geschöhnt werden, ist das eine Schweinerei.

Update:

Für die gestellten Szenen ist anscheinend der SWR oder eine beauftrage Agentur verantwortlich (ab 4:16 im Video).

Update 02.01.2009:

Der SWR scheint von dem AAW vereinnahmt zu sein. Von jeder kleinen Billigaktion wird berichtet.

Verbrennt die Killerspiele

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„Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Killerspieler getötet werden, denn sie richten viel Schaden an, was bisweilen ignoriert wird, sie können nämlich raubkopieren, komasaufen und Waffen aus einem Elternhaus stehlen… Sie können ein Kind erschießen… Auch können sie geheimnisvolle Drogen aufnehmen, dass der Körper verzehrt wird… Schaden fügen sie sich nämlich an Körpern und Seelen zu, sie verabreichen sich Killerspiele und Paintballsport, um Hass hervorzurufen, Missgunst, Amoktaten, alle Verwüstungen in Schulen, in den Klassen, über eine Entfernung von einer Meile und mehr machen sie mit ihren computerspiel-antrainierten Schießfähigkeiten Leichenberge, die niemand heilen kann … Die Killerspieler sollen getötet werden, weil sie Diebe sind, Ehebrecher, Räuber, Mörder … Sie schaden mannigfaltig. Also sollen sie getötet werden, nicht allein weil sie schaden, sondern auch, weil sie Umgang mit dem Satan haben.“

Martin Luther Aktionsbündnis Winnenden über Killerspieler

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Wir sind Paintballweltmeister

hitman_frontHeute lasse ich mir das Lachen nicht aus dem Gesicht schlagen. Ich warte nur auf den heuchlerischen CDU/SPD-Politiker, der es wagt der Mannschaft zu gratulieren. Na, komm putt putt putt aus dem Arsch in den du gekrochen bist.

Diese wirbellosen Schleimschecken haben alles, nur kein Rückrat.

Wer es noch nicht hat, kann die aktuelle Petition gegen ein Paintballverbot mitzeichnen.

Außerdem – wenn man schonmal dabei ist – gibt es noch die Petition gegen Spielekiller, die den 2. Klick wert ist.

paintball2000.de